FKT: Daniel Mußbach - Rennsteig (Germany) - 2026-04-18

Athletes
Route variation
Standard point-to-point
Multi-sport
No
Para athlete
No
Gender category
Male
Style
Unsupported
Start date
Finish date
Total time
1d 4h 38m 58s
GPS track(s)
Report

Meine Zusammenfassung

 

Der Rennsteig ist Heimat, lag er in meiner Kindheit sozusagen vor der Haustür. Freunde haben ihn in Etappen bewandert. Machen wollte ich ihn schon immer. Das Wandern ist zwar des Müllers Lust, fällt mir aber viel schwerer als Laufen. Durch den Rennsteiglauf bin ich „diesen Weg auf den Höhn bin ich oft gega… äh gerannt“.

Anfang des Jahres, bei einem Bier sag ich: „Ich will mich König des Rennsteigs nennen und Ihn mit FKT am Stück laufen.“ Mein Freund fragt ungläubig, den Ganzen? Die 170km? Wandern oder Laufen?“ Für mich war klar, Laufen. Erste Idee war Herbst 2026, er meinte nur so „Im Herbst? Naja, dann kannst du dich dieses Jahr zum Rennsteiglauf (09.05.2026) aber noch nicht König nennen. Außerdem haben andere knapp 6-9 Monate Zeit um dich zu schlagen. Dann kannst du dich 2027 vielleicht wieder nicht so nennen… … … Wenn du Ihn denn im Herbst machst.“ Damit hatte er mich und wir begannen zu planen und am 18.04.26 war es soweit.

Unsupported (ununterstützt) Alles selbstversorgt, selbsttragend, nicht nachgekauft und nicht vorher deponiert. Die Ausrüstung wog ca. 12 KG im Rucksack und 2 KG in einer Gürteltasche. Wasser gab es zunächst aus natürlichen Quellen. Nachts und jenseits der 150km, konnte ich keine natürlichen Möglichkeiten finden, also nutze ich die Rennsteighäuser in Masserberg und später in Brennersgrün (keine kommerzielle Quelle).

Die ersten Kilometer liefen sehr gut. Geplante Zeiten für Abschnitte hielt ich ein. Die Nacht brach kurz vor Oberhof an und so wurde durchs Dunkel in bekannten Gefilden gelaufen. Musik half als Ablenkung. Des Nachts, ein singender Läufer im Wald. Die armen Tiere. 😆

Ein Fehler, den ich erst später im Ziel bemerken sollte, kostete mich am Ende knapp 2h. Nach schätzungsweise 130km, konnte ich keine Energieriegel mehr finden. In Masserberg waren Sie noch da. Ich konnte mich nicht erinnern Sie gegessen zu haben, meinen Essensplan hielt ich ebenfalls ein. Also wahrscheinlich verloren und lief weiter. Sind ja „nur noch“ 43km. Ca. 12 km vor Blankenstein kam der berühmte Mann mit dem Hammer. Die Speicher waren leer, die Reserven aufgebraucht. Meine Beine konnten nicht mehr und die Muskeln wollten nicht mehr funktionieren. Ich wurde unfassbar müde. Es war eine Qual und die wohl größte körperliche und psychische Herausforderung, der ich mich jemals stellen musste. Andauernd darüber nachgedacht, wie blöd das mit dem Essen war. Hatte ich Sie doch gegessen oder falsch geplant? Beim Frühstück liegen lassen oder war ich einfach zu blöd Sie anständig zu verstauen und deswegen zu verlieren? Irgendwann dann 2 Äste gefunden und die letzten 8km als Wanderstöcke genutzt. Zig Beine hochlegen und massieren Pausen später, kam ich endlich an der Selbitzbrücke in Blankenstein an und das Ziel war erreicht. Vor Müdigkeit und Freude vergessen den Kieselstein aus Hörschel in die Saale zu werfen 😆

Während des Umziehens musste ich ja meinen Rucksack auspacken. Und was finde ich? Die verdammten 4 Energieriegel. Wie konnte ich die nur übersehen????  Ich war wohl zu müde um die unterwegs zu sehen🙆‍♂️🙆‍♂️🙆‍♂️

Ärgerlich, aber Grenzen wollen erprobt sein und negative Erfahrungen müssen gemacht werden. Das passiert mir (hoffentlich) nicht wieder.

Mein persönliches Ziel von 24 – 27h konnte ich heute nicht erfüllen, aber es ist geschafft und der Stolz überwiegt. Ich habe viel Erfahrung über das Laufen, meine mentale Stärke und Durchhaltevermögen, sowie man den Rucksack NICHT packt, sammeln können. Mit dieser greife ich bald noch einmal an.

 

Es war unglaublich und der Rennsteig ist jede Strapaze wert. Glaubt sicher keiner normaler Mensch... Nur Läuferinnen und Läufer 😆

Achja und nun: ICH BIN DER KÖNIG DES RENNSTEIGS!!! 🤩😆🥳

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Herzlichen Glückwunsch, war sehr interessant deinen Bericht zu lesen!